Der neue EU-Führerschein – Fragen und Antworten

1. Besteht allgemeine Umtauschpflicht für alte Führerscheine?

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NEIN! Niemand muss auf Grund der Neuregelungen seinen alten Führerschein in den neuen Führerschein umtauschen. Der alte Führerschein gilt also weiterhin. Wer den neuen, scheckkartengroßen EU-Führerschein haben will, der ab 1. Januar 1999 in Deutschland eingeführt wird, kann ihn aber freiwillig gegen den alten Führerschein ab 1. Januar 1999 neu erwerben, erhalten natürlich gleich den neuen EU-Führerschein in Form einer Scheckkarte.

Achtung: Als LKW- und Busfahrer beachten Sie bitte die Nr. 7 !

2. Werden Führerscheininhaber beim Umtausch schlechter gestellt?

NEIN! Alle Kraftfahrzeuge, die Sie mit dem bisherigen Führerschein fahren dürfen, können Sie auch nach der Umschreibung mit dem neuen Führerschein fahren (Besitzstandswahrung!)

3. Wie und wo können Sie umtauschen?

Bitte wenden Sie sich persönlich an Ihre zuständige Führerscheinstelle. Dabei müssen Sie Ihr Lichtbild, Ihren Personalausweis oder Paß und Ihren bisherigen Führerschein vorlegen.

4. Wie lange müssen Sie auf Ihren neuen Kartenführerschein warten?

Trotz der Freiwilligkeit des Umtauschs ist Anfang des Jahres 1999, mit längeren Wartezeiten zu rechnen. Wer nicht sofort einen neuen EU-Führerschein braucht, sollte sich also zuerst bei seiner Führerscheinstelle über die Bearbeitungsdauer informieren. Ihr alter Führerschein bleibt bis zu Aushändigung des neuen gültig.

Falls Ihnen dieser so ans Herz gewachsen ist, daß Sie ihn zur Erinnerung behalten wollen, ist das kein Problem: Nach Entwertung durch die Führerscheinstelle können Sie Ihren alten Führerschein als Erinnerungsstück mitnehmen.

5. Was ändert sich für Motorradfahrer und solche, die es werden wollen?

Ab 1999 gibt es für Personen, die das 25. Lebensjahr vollendet haben, die Möglichkeit des Direkteinstiegs in die unbegrenzte Motorradklasse A. Ausbildung und Prüfung können aber nur nach neuem Recht und frühestens ab 1. Dezember 1998 begonnen werden. Inhaber des bisherigen Stufenführerscheins (Klasse 1a) können, wenn Sie das vorgeschriebene Mindestalter von 25 Jahren erreicht haben, die zweijährige Wartezeit abkürzen. Hierfür müssen Sie eine praktische Ausbildung in einer Fahrschule machen und die praktische Führerscheinprüfung nach neuem Recht ablegen. Auch hier gilt: Die Antragsstellung ist ab 1. Dezember 1998 möglich.

6. Ersetzt der EU-Führerschein einen „Internationalen Führerschein“?

NEIN! Ist für Fahrten im außereuropäischen Ausland – z. B. Amerika – ein „Internationaler Führerschein“ notwendig, so muss dieser extra beantragt werden.

7. Gibt es wichtige Neuerungen für Lkw- und Busfahrer?

JA! Inhaber von Führerscheinen der Klasse 2 dürfen bis zu ihrem 50. Lebensjahr Fahrzeuge der Klasse C (schwere Lkw) und CE (schwere Lastzüge) führen.

Mit Erreichen des 50. Lebensjahres müssen Sie den bisherigen Führerschein in den neuen Scheckkartenführerschein umtauschen, wenn Sie weiterhin Fahrzeuge der Klasse C, CE führen wollen.

Keine Panik: Für diese Umstellung gibt es ausreichende Übergangsfristen. Wer schon 50 Jahre alt ist oder bis zum 31.12.1999 das 50. Lebensjahr vollendet, darf bis 31.12.2000 Fahrzeuge und Fahrzeugkombinationen der Klassen C/CE mit dem alten, danach nur mit dem neuen Scheckkartenführerschein führen. Die Klassen C und CE werden dann – Vorlage einer ärztlichen und augenärztlichen Bescheinigung immer vorausgesetzt – für 5 Jahre erteilt.

Für Busfahrer gilt: Fahrerlaubnisse zur Fahrgastbeförderung bleiben bis zum Ablauf ihrer schon nach altem Recht eingetragenen Befristung gültig. Die Verlängerung der Geltungsdauer der Fahrerlaubnis richtet sich dann nach neuem Recht. Dabei wird die allgemeine Fahrerlaubnis auf die neuen Klassen umgestellt. Bei Vorliegen aller gesundheitlichen Eignungsvorraussetzungen einer Geltungsdauer von fünf Jahren erteilt, längstens jedoch bis zur Vollendung des 50. Lebensjahres, danach wiederun für fünf Jahre.

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Viktor Neuwert
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