Funktion des Kfz-Sachverständigen bei der Unfallabwicklung

Zum Ausgleich unfallbedingter Schäden im Sachschadenbereich und im Personenschadenbereich haben die K-Versicherer Deutschlands jährlich ca. 12 Milliarden EURO.  Seit Jahren klagen die Versicherer darüber, dass aufgrund der rückläufigen Einnahmenseite infolge des ruinösen Preiswettbewerbs erhebliche Verluste zu verzeichnen sind. Allein im Jahr 2000 wird mit einem Verlust von ca. 2 Milliarden EURO gerechnet.

Die Aufwendungen zur Behebung von Sachschäden liegen bei ca. 10 Milliarden EURO. Die Höhe der Aufwendungen bei der Behebung eines Sachschadens ergibt sich in den meisten Fällen auf Grundlage eines Schadengutachtens. Dies gilt sowohl bei fiktiver Abrechnung wie auch bei tatsächlich durchgeführter Reparatur, wenn der Kfz-Sachverständige Reparaturweg und Reparaturhöhe als maßgebendes Kriterium der späteren Rechnung des Kfz-Reparaturbetriebs vorgibt.

Sowohl versicherungseigene wie auch die freien Kfz-Sachverständigen dienen der objektiven Feststellung des Schadens nach einem Verkehrsunfall. Nach ständiger Rechtsprechung hat der Geschädigte das Recht, einen Sachverständigen seines Vertrauens mit der Schadensfeststellung zu beauftragen. Es steht nicht zu erwarten, dass dieses Recht des Geschädigten durch den Gesetzgeber oder die Rechtsprechung eingeschränkt wird.

Trotz der zweifelsfrei vorhandenen fachlichen Qualifikation auch des versicherungseigenen Sachverständigen fehlt diesem die der Sachver-ständigentätigkeit innewohnende Unabhängigkeit. Die Schadensfeststellung durch einen in diesem Sinne unabhängigen qualifizierten Sachverständigen wird daher trotz aller Schadenmanagementversuche und trotz der Einführung digitaler Schadensübertragungstechniken noch auf lange Sicht Standard sein.