Nutzen Sie Ihre Rechte nach einem unverschuldeten Unfall

Die Erfahrung der BVSK-Sachverständigen, die jährlich nahezu eine Million Schadensgutachten erstellen zeigen, dass vor allen Dingen die Autofahrer, die nach einem Unverschuldeten Unfall ihre Rechte in vollem Umfang in Anspruch nehmen, sicher sein können, 100% des ihnen zustehenden Schadenersatzes zu erhalten.

1. Verzichten Sie nicht auf „Ihren“ Sachverständigen

Entscheidend für eine korrekte Schadensfeststellung ist vor allen Dingen die Einschaltung eines qualifizierten unabhängigen Kfz-Sachverständigen. Auch wenn
Der Haftpflichtversicherer des Unfallverursachers beim Geschädigten damit wirbt, in „großzügiger Weise“ auf Hinzuziehung eines Sachverständigen zu verzichten, hat eine entsprechende Aussage nach ständiger Rechtsprechung keinerlei Bedeutung. Gerade die Aufforderung, nach Möglichkeit keinen Sachverständigen einzuschalten, sollte für jeden Autofahrer Motivation sein, einen eigenen Sachverständigen mit der Schadensfeststellung zu beauftragen.

2. Bagatellschaden

Die Kosten für den Kfz-Sachverständigen müssen von der gegnerischen Versicherung bezahlt werden, soweit nicht erkennbar ein Bagatellschaden vorliegt.

3. Vorsicht vor „falschen“ Partnerschaften

Auch wenn Ihr Kfz-Reparaturbetrieb anbietet, sich um die Schadenabwicklung
Kümmern zu wollen und möglicherweise darauf hinweist, eng mit dem Versichererzusammenarbeiten zu können, sollte dies ein klares Warnsignal auslösen, sich auf derartige Angebote nicht einzulassen. Gerade sogenannte Partnerwerkstätten oder Vertrauenswerkstätten der Versicherungen arbeiten oft zu besonderen Konditionen und tragen möglicherweise dazu bei, dass der geschädigte Autofahrer Nicht den vollen Schadenersatz bekommt. Wertminderung, Nutzungsausfallentschädigung und andere Positionen nach einem unverschuldeten Verkehrsunfall sollte man auch unabhängig ermitteln lassen und die Ersatzleistung Nicht in das Ermessen der zahlungsverpflichteten Versicherungen legen. Zu bedenken ist auch, dass ohne Gutachten Beweismittel vernichtet werden und die Werkstatt in diesen Fällen in der Regel nicht in der Lage ist, dem Geschädigten die dann fehlenden Beweismittel zur Verfügung zu stellen.

4. Beirat Rechtsanwälte im BVSK

Vielfach dürfte auch die Hinzuziehung eines Rechtsanwaltes unentbehrlich sein.
Bestehen auch geringste Zweifel, ob eine 100%ige Schadenersatzleistung erreicht werden kann, sollte von vornherein qualifizierter im Verkehrsrecht tätiger Anwalt eingeschaltet werden. Anwälte benennen unter anderem der Beirat Rechtsanwälte im BVSK, Telefonnummer BVSK 0331 23605900  oder http://www.bvsk.de/.

5. Mehrwertsteuer bei fiktiver Abrechnung

Bei der sogenannten fiktiven Abrechnung wird die Mehrwertsteuer nicht erstattet. Die Reparaturkosten werden also netto ersetzt. Bei Vorlage einer Rechnung wird die angefallene Mehrwertsteuer ersetzt.

6. Keine Angst bei der Wahrnehmung Ihrer Interessen

Lassen Sie sich durch Drohungen oder Versprechungen – ganz gleich von welcher Seite – nicht beeindrucken, sondern bestehen Sie insbesondere auf Ihrem Recht, einen qualifizierten unabhängigen Kfz-Sachverständigen mit der Schadensfeststellung zu beauftragen.